Garðar Svavarsson mit Schiff und Gefolge heran, umrundete das Land und entdeckte so als Erster, dass es sich bei Island um eine Insel handelt. Wie es zur Entstehung und Besiedelung Húsavíks kam, können wir dem „Landnahmebuch“ (Landnámabók) entnehmen, einem der ältesten schriftlichen Dokumente Islands: „Es wird erzählt, dass Männer aus Norwegen nach den Färöern fahren wollten (…). Sie wurden aber nach Westen ins Meer verschlagen und fanden da ein großes Land. (…) Sie fuhren im Herbst nach den Färöern zurück. Und als sie von dem Lande wegsegelten, fiel starker Schnee auf den Bergen, und darum nannten sie das Land Schneeland. (…) Ein Mann hieß Garðar Svavarsson, ein Schwede von Geburt; er fuhr aus, um Schneeland zu suchen, auf Anweisung seiner hellsehenden Mutter. (…) Garðar umsegelte das Land und stellte fest, dass es eine Insel war. Er war einen Winter über im Norden in Húsavík im Skjálfandi und baute dort ein Haus. Als er im Frühling in See gehen wollte, riss sich das Schiffsboot los mit einem seiner Leute namens Náttfari, einem Knecht und einer Magd: Der baute sich später in der Náttfarivík an. Garðar fuhr dann nach Norwegen und lobte das Land sehr. (…) Danach wurde das Land Garðarshólm genannt.“
Das Walbeobachtungs-Unternehmen Norður Sigling / Northsailing hat zu Ehren des ersten -wenn auch unfreiwilligen- Siedlers Húsavíks eines seiner Boote Náttfari genannt. Garðar zu Ehren feiert man in Húsavík jedes Jahr ein mehrtägiges Fest, und auch eine Straße wurde nach ihm benannt: die Garðarsbraut. 
1880 wurde in Húsavík das erste Haus aus Holz gebaut. Vorher gab es hier nur Torfhäuser (Im Museumsgehöft Grenjaðastaðir in der Nähe von Húsavík kann man solche Torfhäuser besichtigen). Kurz nach 1900 errichtete man dann das erste Gebäude aus Beton.
Straßennamen und Hausnummern gab es damals noch nicht, diese wurden erst 1950 eingeführt, als Húsavík die Stadtrechte erlangte und auf nicht mehr ganz übersichtliche Größe angewachsen war. Auf einigen Häusern sind die alten Hausnamen noch heute zu lesen.
Fischfang und –Verarbeitung sind heute die bedeutendsten Wirtschaftszweige Húsavíks. 1871 begann man hier mit der Herstellung von Salzfisch (hierzulande besser bekannt als Bacalao), ca. 1972 wurde die Verarbeitung von Shrimps aufgenommen. Für Touristen werden hochinteressante Führungen durch die Fischfabrik angeboten.
Húsavík verfügt über eine sehr gute soziale Infrastruktur. So gibt es hier unter anderem Kindergärten, Grundschule, Gymnasium, College, Musikschule, Seniorenheim, Zahnarzt, Krankenhaus, Ärzte, Gesundheitszentrum, Polizei, Feuerwehr und Tierklinik.
Geheizt wird in Húsavík mit geothermaler Energie. Bis 130°C heißes Wasser aus Bohrlöchern in Hveravellir (ca. 30 km entfernt) wird durch Pipelines in die Stadt geleitet. Zur Umwandlung in Strom verfügt Húsavík über ein eigenes Elektrizitätswerk. Private und öffentliche Gebäude, Schwimmbad und Gewächshäuser werden so mit heißem Wasser, Wärme und Strom versorgt. Der etwas unangenehme Nebeneffekt: Das Wasser aus dem Warmwasserhahn hat einen sehr schwefligen Geruch.
Die Kirche (Húsavíkurkirkja) wurde 1906 / 1907 in typisch norwegischer Kreuzbauweise erbaut und 1907 geweiht. Weitblick (oder Idealismus) bewies man damit, die Kirche mit 450 Plätzen auszustatten, hatte der Ort damals doch nur 300 Einwohner. Die Kirche hat einen 26 m hohen Turm. Besonders sehenswert: Das Altarbild, 1931 von einem isländischen Laienmaler gemalt, zeigt die Auferstehung des Lazarus inmitten isländischer Landschaft (z.B. Ásbyrgi). Während der Saison ist die Kirche tagsüber unverschlossen, außerhalb kann der Schlüssel in der Buchhandlung nebenan ausgeliehen werden.
Immer noch ein Geheimtipp ist der Park am Flüsschen Buðará. Der „Einstieg“ befindet sich hinter der Pension Árból im Ásgarðsvegur. Sehr romantisch und eigentlich ein Muss!
Ein Spaziergang am Strand lohnt sich auf alle Fälle und auch der Hafen ist sehenswert. Man kann in diesem wunderschönen Hafen Fischereiboote, Container, zahlreiche Vögel und Walbeobachtungsboote bestaunen, im Café oder Restaurant verweilen oder einfach nur bummeln und die Seele baumeln lassen. Übrigens beginnen auch die Walbeobachtungsfahrten beider ortsansässiger Walbeobachtungsunternehmen hier im Hafen.
Seit einigen Jahren wird Húsavík als „Walbeobachtungs-Hauptstadt Europas“ bezeichnet. Wie bereits erwähnt gibt es hier zwei Firmen, die Walbeobachtungs-Touren anbieten: Norður Sigling / Northsailing und Gentle Giants. Bei Norður Sigling handelt es sich sogar um das älteste Unternehmen dieser Art in ganz Island. Norður Sigling wurde 1995 gegründet und ist ein Familienunternehmen. Die Boote sind durchweg traditionelle alte isländische Fischerboote aus Holz, die aufwendig
restauriert wurden. Die Walsafaris beider Unternehmen führen hinaus in die Skjálfandi-Bucht und dauern etwa drei Stunden. Die Wal-Sichtungsrate beträgt in Húsavík 99 % und man kann insgesamt 12 Walarten sehen. Buckelwale, meine Lieblingswale, sind hier sehr häufig anzutreffen. Die Boote beider Firmen werden regelmäßig gewartet, unterliegen strengsten Inspektionen und sind im Lloyd`s Register verzeichnet.
Das 1997 eröffnete Walmuseum ist ein gemeinnütziges Bildungszentrum zum Thema Meeressäuger und deren Lebensraum. Einen Besuch dort sollten Sie unbedingt einplanen. Auf einer Ausstellungsfläche von 1.400 m² findet man spannende Exponate und ausführliche Informationen über die verschiedenen Walarten, deren Biologie und Entwicklungsgeschichte, aber auch über die Geschichte des Walfangs. Mythen und Sagen, die sich um Wale ranken, sind ein weiteres Thema.
Die etwa 10 Walskelette (z.B. Pottwal, Buckelwal) sind ein absoluter Hingucker. Sie stammen ausschließlich von gestrandeten Tieren. Ein Spielzimmer für Kinder („Yellow Submarine“) rundet das Angebot ab.
Das Museum von Húsavík beherbergt gleich mehrere Museen: Im Gemeindemuseum werden kulturgeschichtlich relevante Gegenstände aus der Region ausgestellt. Das Kunstmuseum besitzt etwa 400 Gemälde von Künstlern aus der Gegend bzw. Bilder mit Bezug zu Húsavík. Die Kunstwerke werden aus Platzgründen in Wechselausstellungen gezeigt. Im Naturkundemuseum wird alles ausgestellt, was die (nordost-)isländische Tier- und Pflanzenwelt zu bieten hat, z.B. einen ausgestopften Eisbären, der im Jahre 1969 auf einer Eisscholle von Grönland angetrieben auf der Insel Grímsey strandete. Exponate aus der Welt der Seefahrt und Fischerei findet man im erst 2002 eröffneten Seefahrtsmuseum, für das eigens eine Glas-Pyramide neben dem Hauptgebäude gebaut wurde. Das Museum beherbergt auch einige Archive, und im gleichen Bau findet man eine öffentliche Bibliothek mit Internetzugang.
Wer es ausgefallen mag, für den bietet sich ein Besuch im Säugetier-Penismuseum an. (Ich selbst war dort bisher nicht, weshalb ich auch nichts darüber erzählen kann.)
Das geothermal beheizte Freibad mit Hot Pots, Wellenbad, Kinderbecken und Rutschbahnen kann man ganzjährig nutzen. Auch einen 9-Loch-Golfplatz hat der Ort zu bieten. Und für Spaziergänge und kleinere bis mittlere Wanderungen (z.B. auf den 417 m hohen Hausberg Húsavíkurfjall, wo man im Winter (Skilift!) auch Skilaufen kann, zum See Botnsvatn, in dem man kostenlos Forellen angeln darf oder zum Leuchtturm auf der Klippe, der zur Vogelbeobachtung einlädt) ist die Umgebung geradezu ideal. Die genannten und zahlreiche weitere Wandervorschläge findet man ausführlich beschrieben unter www.markthing.is. Etwas außerhalb der Stadt, in Saltvík, kann man Pferde für Reittouren mieten.
In Húsavík gibt es mehrere Banken (mit Geldautomaten), zwei Supermärkte, drei Tankstellen, eine Bäckerei, einen staatlichen Alkoholladen, Friseur, einen Buch- und Souvenirladen, ein Kunsthandwerks-Geschäft, Schuh- und Kleiderläden und viele weitere Geschäfte, die zum Einkaufen einladen. Auch die Zahl an ansprechenden Restaurants und Cafés nimmt ständig zu.
Tipp:
"Húsavík für (kleine) Forscher" ist ein Führer durch den ganzen Ort und für die ganze Familie. "Das Island-Reisebuch für Kinder" enthält ein Kapitel über Húsavík sowie eines über Wale.
Infos im Bereich "Bücher".
Bitte auch hier mal vorbeischauen:
Der kleine Húsavík-Blog:
www.Hausbucht.blogspot.com